Es gibt Zustände im Menschen, die sich nicht mehr lebendig anfühlen, sie sind nicht laut, nicht klar, nicht greifbar und doch sind sie da, wie eine Schicht, wie etwas, das sich über das Eigentliche gelegt hat. Ich nenne das emotionale Krusten, diese entstehen nicht plötzlich, sie bilden sich über Zeit durch Erfahrungen, die zu viel waren, durch Gefühle, die keinen Raum hatten und durch Situationen, in denen der Körper entschieden hat, dass es sicherer ist, sich zu verschließen, und so beginnt etwas in uns zu erstarren, nicht sichtbar im Außen, aber spürbar im Inneren. Emotionale Krusten sind keine Gefühle, sie sind das, was übrig bleibt, wenn Gefühle nicht fließen konnten. Es sind verdichtete Zustände im Körper, sie zeigen sich als Schwere ohne klaren Grund, als Distanz zu sich selbst, als Reaktionen, die stärker sind als die Situation oder auch als Leere. Viele Menschen glauben, sie hätten keine Emotionen, doch oft ist genau das Gegenteil der Fall, die Emotion ist da, sie ist nur gebunden. Der Körper vergisst nicht! Was nicht gefühlt werden konnte, wird gespeichert, nicht im Kopf, sondern im Nervensystem, und dort wartet es, nicht darauf, analysiert zu werden, sondern darauf, gehalten zu werden. Viele versuchen diese Zustände über Denken, Verstehen oder Erklären zu lösen, doch Krusten lösen sich nicht durch Gedanken, sie lösen sich durch Kontakt. Der Weg zurück in den Fluss beginnt nicht mit Veränderung, sondern mit Wahrnehmung, was ist gerade da, wo im Körper zeigt es sich, wie fühlt es sich an, ohne es sofort wegzuschieben. Wenn Raum entsteht, beginnt Bewegung, leise, fein und im eigenen Tempo, ein Atemzug, der tiefer wird, ein Gefühl, das sich zeigt, ein inneres Nachgeben, so beginnt Integration. Viele dieser Krusten sind in Momenten entstanden, in denen wir alleine waren, und genau deshalb braucht es manchmal einen anderen Menschen, nicht um etwas zu machen, sondern um Raum zu halten. Ich arbeite genau in diesem Feld, ich halte den Raum, in dem du dich zeigen kannst, ohne Druck und ohne Bewertung, ich höre hin, nicht nur auf deine Worte, sondern auf das, was darunter liegt und ich stelle Fragen, die dich nicht wegführen von dir, sondern tiefer zu dir bringen, Fragen wie" was spürst du gerade wirklich", was hält dich davon ab es zu fühlen und was würde passieren, wenn du es für einen Moment zulässt. Es geht nicht darum etwas loszuwerden, es geht darum wieder in Verbindung zu kommen, mit dem, was da ist und mit dir. Wenn eine Kruste sich löst, verschwindet sie nicht einfach, sie wird zu etwas, das fließen kann, zu Gefühl, zu Bewegung, zu Energie. Du musst nicht alles auf einmal fühlen, es reicht ein Moment ehrlich mit dir zu sein, vielleicht ist genau jetzt so ein Moment, und wenn du spürst, dass da etwas ist, das gesehen werden möchte, bin ich da, ich halte den Raum, ich höre und ich begleite dich zurück in deinen eigenen Fluss. 🤍

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